Endlich mal wieder einen Reiterurlaub. Es ist zwar Herbst, aber das schreckt doch einen richtigen Reiter nicht ab. Wie heißt es immer so schön? Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung.

 

Also los geht’s mit dem Auto in Richtung Stuttgart. Nach gut drei Stunden erreichen wir das Örtchen Sindlingen bei Herrenberg. Endlich angekommen stehen wir vor dem 500 Jahre alten Sindlinger Schloss. Dort betreibt der badenwürttenbergische Landestrainer für Vielseitigkeit Fitz Pape eine Reitanlage, die sich sehen lassen kann. Nach einem sehr netten Empfang werden wir im 2. Stock im Schloss untergebracht. Als ich das erste Mal unser geräumiges Zimmer, das fast einer Wohnung ähnelte, sah musste ich lachen. Ich fand mich in die Zeit zurück versetzt, als meine Oma noch lebte. Unsere neue Unterkunft, war total alt, was jetzt nicht negativ klingen soll, es kam mir nur so ungewöhnlich vor. Alte breite Holzdielen, alte doppelt verglaste Fenster, dunkle Möbel, eine nostalgische neue Badewanne und die Krönung: ein Radio Marke Volksempfänger und keinen Fernseher. Ich kann ja noch bestens ohne Fernseher leben, aber meine Tochter nicht. Ich hörte nur „kein Fernseher und kein Fernseher“. Ich grinste ich mich hinein, denn so konnte meine Tochter mal mehr lesen. Prima.

 

Nun ja, zum auspacken hatten wir keine Zeit, denn es folgte das Mittagessen. Die Mahlzeiten wurden in schöner Atmosphäre gemeinsam eingenommen und auch als Alleinreisende hat man Anschluss. Und dann ging es raus zu den Pferde, Stallungen, Hallen, Plätzen. Alles musste als Pferdefan natürlich sofort inspiziert werden. Am Nachmittag sofort auf´s Pferd. Als erster Reitercheck war eine Stunde in der Halle angesagt. Mein erstes Pferd war eine Schimmel Stute namens Sheedah und meine Tochter bekam das Pony “Nico“. Unsere erste Reitstunde in Sindlingen war sofort eine Springgymnastik-Stunde und es bereitete uns sehr viel Spass. Unter fachmännischer Leitung von Herr Pape ging es über Stangen und Cavaletti´s.

 

Am Abend sind wir dann erschöpft ins Bett gefallen. Morgens wurde dann um 8 Uhr gefrühstückt und meist spätestens um 10 Uhr begannen die Reitstunden, die Austritte gingen allerdings schon etwas früher los so ca. um 9.30 Uhr, also war da nichts mit lange ausschlafen.

 

Am nächsten Tag hatte ich ein neues Pferd „Tobi“ einen Irischen Hunter, den ich auch für den Rest des Urlaubes behalten durfte. Vormittags hatten wir dann meist Unterricht in der Halle mit Dressuruntereicht oder wahlweise Springymnastik. Oft unterrichtet uns auch der Reitlehrer „Marc“, der uns noch sehr genau einige Übergange, oder Schenkelweichen und mehr erklärte.

 

Man war fachlich immer sehr gut aufgehoben und konnte sich mal gezielt mit etwas aus- einander setzen. Die Reitstunden waren immer dementsprechend anspruchsvoll gestaltet und arbeiteten oft nur in kleinen Gruppen. Nach dem Mittagessen ging es oft ins Gelände. Auch mit meinem Pferd „Tobi“ fühlte man sich sehr sicher bei den Ausritten. Das Reitgelände war einfach herrlich und der herbstliche Wald erstrahlte im Sonnenschein. Bei den langen Galoppstrecken waren alle Pferde immer verlässlich und ehrlich, es gab kein wildes rum – oder vorbei galoppieren. Denn noch muss man sagen, das die Ausritte generell flott waren. So lange am Stück galoppieren wie in dieser Gegend kann man in den heimischen Wäldern kaum. Am Wochenende fand ein Vielseitigkeitslehrgang statt, mit einem anschließenden Turnier am Sonntag. Das Wochenende war sehr gut besucht und unter toller Leitung lernten die Pferde z.B. durch den Teich zu galoppieren oder die Naturhindernisse zu springen. Es bestand auch die Möglichkeit mit einem Schulpferd an dem Lehrgang und Turnier teilzunehmen. Ausflüge in die Umgebung konnte man auch prima unternehmen. Die Stadt Herrenberg ist ca. in 10 Minuten mit dem Auto zu erreichen. Die Innenstadt hat einen sehr schönen Marktplatz mit vielen Fachwerkhäusern. Die Stadt Tübingen erreicht man in ca. 20 Autominuten, einen schön Stadtbummel durch die alten Gassen lassen die Zeit schnell verfliegen. Wir besuchten noch den wunderschönen Schwarzwaldort Baiersbronn mit dem ausgezeichneten Hotel Bareiss. Auch für die mitreisenden Nichtreiter gibt es in der Umgebung viel zu erkunden und zu sehen. An den letzten beiden Tagen durften wir noch an der Schwarzwald -Ausreittour dran teilnehmen. Es ging jeweils 2 Std. vor – u. nachmittags ins herrliche Gelände.

 

Leider ging unsere Woche auf Schloss Sindlingen viel zu schnell vorbei. Gerne denken wir an die familiäre Atmosphäre zurück. Die Abreise viel uns sichtlich schwer und hätten gerne „unsere“ neuen Pferde mitgenommen. Alles in allem mal wieder ein tolles Reitprogramm von Pegasus Reitereisen.